Workshops

Halbe Stange nach Joachim Meyer

Von Michael Hein

Wer schon immer wissen wollte, wie man sich auch mit einem über zwei Meter langen Eschenstab elegant und effektiv seiner Haut erwehren kann, dem sei Joachim Meyer sehr umfangreiches Werk wärmstens ans Herz gelegt. In diesem Workshop werden wir uns mit den Besonderheiten des Meyerschen Systems befassen. Meyer nutzt, wie auch beim Langschwert, bei der Stange weite Bewegungen um den Gegner auch auf die lange Distanz effektiv zu bekämpfen. Wir wollen uns damit befassen, wie diese Bewegungen zum einen dazu genutzt werden, um den Gegner zu locken und ihm unser “Spiel“ aufzuzwingen, zum anderen um mit der Stange effektiv die nötige Kraft zu generieren. Dieses Locken, das Spiel mit der Distanz, Timing und den Erwartungen des Gegners, ist gleichermaßen faszinierend und herausfordernd.
Wenn sich der Workshop vor allem an Fechter mit ersten Erfahrungen im Kampf mit Stangenwaffen richtet, so sind Anfänger im Workshop dennoch willkommen. Die Übungen können in Tempo und Intensität angepasst werden. Leih-Stangen sind in begrenztem Umfang vorhanden.

Traditionelles Messerfechten
aus Italien

Von Özgen „Ossi“ Senol

Im Rahmen dieses Workshops bietet Özgen ‚Ossi‘ Senol einen tiefen Einblick in die ungewöhnliche Messerfechttradition Apuliens und Siziliens des 19. Jahrhunderts. Dank seines modernen didaktischen Ansatzes bringt Ossi den Teilnehmern nicht nur die Prinzipien und Techniken nahe, sondern auch die Denkansätze und lokalen Bewegungsideale, auf denen diese beruhen. Themen werden Techniken für den Duellkampf in der langen Distanz als auch im Nahkampf sein, sowie diverse Kampfstellung samt ihren spezifischen Anwendungen sowie die Winkelarbeit vermitteln. Ossis Interpretation des italienischen Messerfechtens basiert auf den Lehren seines Maestros, Roberto Laura, ist jedoch in Bewegungen und Taktiken individuell angepasst.

Benötigte Ausrüstung: Es wird keine besondere Ausrüstung benötigt.

Langes Schwert – Kontrolle der Distanz durch bewusste Beinarbeit

Von Ingulf Popp-Kohlweiss.

Im Zufechten gibt es einen bestimmten Abstand zwischen den Kontrahenten, ab welchem die Gefahr für beide Fechter beginnt. Sobald diese spannende Grenze überschritten ist, kann ein Treffer gesetzt oder erhalten werden. Diesen Abstand einzuschätzen – die eigenen Möglichkeiten zu sehen und die fremde Gefahr zu fühlen – ist eine wichtige aber nicht leicht zu erlernende Fähigkeit. Auch eine hilfreiche Fähigkeit ist die Positionierung des eigenen Körpers zum Gegenüber. Nach Übertritt der Grenze so zu stehen dass einem selbst ein Vorteil und dem Gegenüber ein Nachteil entsteht ist eine wundervolle Erfahrung. In einer realen Auseinandersetzung mit scharfen Schwerter könnte das eigene Leben von dieser Fähigkeit abhängen.

In diesem Workshop werden wir das eigene Distanzgefühl verbessern und unterschiedliche Wege kennen lernen, die oben beschriebene Grenze zum eigenen Vorteil zu überschreiten. Eine komplexe, kontrolliert bewusste aber kraftvoll stabile Beinarbeit steht im Kern des zu Erlernenden. Wir verwenden Techniken aus dem Liechtenauer System wie den Zornhau(ort) als Ausgangspunkt und arbeiten uns hin zu Fehler, Zwerchhau, Krumphau und Nachreisen.

Level: Mäßig Fortgeschritten bis Experte

Equipment: Schwert/Feder + Maske und leichte Handschuhe

Overcoming the death zone – Fechten für Vertikal-Benachteiligte

Von Johanna Hopfgartner.

Viele von uns kennen vielleicht das beunruhigende Gefühl, in Gefechten eher menschgewordenen Spinnenwesen oder gar Slenderman persönlich gegenüberzustehen während man selbst seinem Gegner kaum ans Kinn reicht.
Kann der Mensch denn etwas tun, wenn der Kelch des Wachstums (mit dem beispielsweise die Nürnberger Fechter aufgezogen werden, da bin ich mir sicher!) an einem vorübergegangen ist? Ja! Der Workshop richtet sich vor allem an kleinere FechterInnen, die aufgrund ihrer Körpergröße einen durchaus existenten Reichweitenachteil haben und damit umzugehen lernen wollen. Natürlich sind auch große „Slendermen“ (und – women!) willkommen, die in unsere Problematik reinschnüffeln und sie verstehen wollen.
Benötigte Ausrüstung: Hauptsächlich Feder, Schwert oder Waster.
(Je nach gewünschter Intensität gerne auch leichte Handschuhe und Maske, oder gar volles Fechtequipment. Aber auf freiwilliger Basis.)

Viking Sword and Shield

Von Jasper Boelsma.

In January 2016, I started experimenting with the Viking Age weapons, and have been practicing between 2 and 6 hours a week with it ever since. The system I use is greatly inspired by the sword-and-buckler manuscripts MS. I.33 and Lignitzer, and Talhoffer’s section on fighting with tower-shields. Because of this, the style of fighting resembles that of Dimicator and the Society for Combat Archaeology, focussing on active shield-use and shieldbinding. Is this how the ‘Vikings’ fought with these weapons? We don’t know, but the more research that is being done on this subject, the more it seems like we’re not that far off.

If you are interested in what this system looks like, and would like to learn and experience the basics of shieldbinding and fighting with a Viking Age roundshield, I highly encourage you to attend my workshop. To safely attend it, a mask and some light, leather gloves are required, though more protective gear is certainly allowed. In terms of weapons, any one-handed sword will do, whether it is a sabre, sidesword, arming sword or viking sword. It does not matter if it is steel or nylon, but I think that using a rapier would be a bit too much. And of course, the most important weapon of all: you need a shield. The preferred specifications for the shield are: it is round, centre-gripped, no straps to the arm, preferable around 80cm in diameter, and a weight around 3-4 kg, so that you can still use your left arm after 5 minutes of using the shield. If you are not used to the weight of the shield, I do encourage you to train your left arm and shoulder (or your right arm if you’re lefthanded).

If you do not already have a shield, I have a couple of shields that can be borrowed, however this supply is very limited and are on a first come first serve basis. So either buy one, or even better, make one yourself. One of the better video-tutorials for an accurate reproduction is the one made by Dimicator/Roland Warzecha: https://www.youtube.com/watch?v=mP7xP0j_Fn8&list=PL_hVs5MjWFV1IwpWIBswZr1pRq-qcpMIA, but you’re free to make a less authentic shield, as long as it fits the gear requirements.